Die wilden Tiere sind los

Wenn man plötzlich anfängt unsichtbare Monster zu sehen, dann ist dies meist das erste Anzeichen dafür den Psychoklempner aufzusuchen… Oder aber dafür, dass man die Welt durch sein Handy und die neue Pokemon App betrachtet. Seit letzter Woche ist das Augmented Reality Spiel Pokemon Go fast allgegenwärtig. Der Hype ist mittlerweile (und das z.T. auch den Sozialen Netzwerken sei dank) schon ausgeprägter als die damals ungemein populäre Moorhuhnjagd.

prof

  An der Bushaltestelle wird die Wartezeit nicht nur mehr mit Facebook oder WhatsApp überbrückt, man scannt nun auch die nähere Umgebung mit GPS nach freilaufenden wilden Relaxos ab. Kommt dann die Tram oder der Bus, stellt man fest, dass auch der ÖPNV (zumindest in der Bundeshauptstadt) heiter mitmischt.

 

Screenshot 2016-07-18 20.56.44

Das ist natürlich schon ein dickes Ding, wenn die Schwarzfahrer heutzutage für das nackte Auge nicht mehr sichtbar sind. Aber das Pikachu offenbar ein schlimmer Finger ist, ist offenbar auch schon den österreichischen Behörden bekannt, die bereits fieberhaft nach dem gelbschwarzen Taschenmonster (und seinen 150 Komplizen) fahnden.

 

Eine harmlose Poke-Spezies ist hingegen aus Schweden zu uns eingewandert. So zumindest kommuniziert es die Marketing-Abteilung des schwedischen Möbelgiganten Ikea, dass auch ohne augmetierte Realität sichtbar ist. Eigentlich gar nicht so abwegig, bedenkt man, dass man, zumindest den Namen nach, Pokemon und Ikea-Möbel nur schwer unterscheiden kann.

Ziemlich süß (Achtung Wortspiel !) ist auch, was Bahlsen in Hommage an die beliebten Gestalten Bisasam und Pikachu da kreiert hat…

 

Oder…

 

Aber so lustig sowas auch sein mag, letztendlich sollte man es auch nicht übertreiben und wachen Auges durch die Welt gehen, sonst entgehen einem wichtige Dinge. Wie zum Beispiel einem Kiffer aus München geschehen:

Pokémon-Spieler mit Joint festgenommen - Altstadt
Am Samstag, 17.07.2016, um 06.20 Uhr, befanden sich zwei Polizeibeamte der Hauswache des Polizeipräsidiums München auf Streifengang.

Am Richard-Strauß-Brunnen in der Fußgängerzone stellten die Beamten Marihaunageruch fest und sahen einen 30-jährigen Münchner, der offensichtlich mit einem Spiel auf seinem Handy beschäftigt war. Der Mann hielt außerdem einen Joint in der Hand. Er war so in sein Handy vertieft, dass er die auf Streife befindlichen Beamten nicht bemerkte. Die Beamten sprachen den Mann daraufhin an, welcher erschrak und den Beamten sofort entgegnete: „Oh Shit, darf ich das noch schnell fertig machen!“

Der Mann spielte nach eigenen Angaben Pokémon-Go und war aktuell damit beschäftigt, die „hiesige Arena“ einzunehmen. Der Spieler verhielt sich absolut kooperativ und wurde von den Beamten in das Polizeipräsidium München begleitet.

Nach der Anzeigenerstattung wurde der 30-Jährige wieder entlassen.
  — Quelle Pressemitteilung des Polizeipräsidiums München

Ebenso sollte man auch achtgeben, wohin es einen auf der Jagd verschlägt… S-Bahn Tunnel sind gefährliches Terrain, auch wenn sie gerade wegen Bauarbeiten geschlossen sind…

Bei anderen Dingen ist es weniger der Ort, als viel mehr die Aktivität, die nicht ganz zum Spiel passt… Aber vielleicht bin ich ja auch nur zu altmodisch ? nido

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.