Kategorie: Wussten Sie schon ?

Alles neu macht der Mai

Nun hat er begonnen, der Wonnemonat Mai… Und obwohl wir kein kirchliches Fest begehen und auch (eigentlich)1 kein neues Jahr einleiten, ist dies kein gewöhnlicher Monatswechsel. Kaum ein Monat wird mit soviel Brimborium und Brauchtum eingeläutet wie der 1. Mai. Grund genug dieses frühlingshafte Treiben mal näher unter die Lupe zu nehmen.

Der Maibaum

Zentrales Objekt dieses Brauchtums ist vielerorts2 der Maibaum, ein großer mit Kränzen und bunten Bändern verzierter (Birken-)Stamm, der je nach Ort entweder schon am 30. April oder eben am Maifeiertag selbst, auf dem Markt einer Ortschaft oder auf dem Festplatz aufgestellt wird. Auch in Dresden gibt es einen Maibaum auf dem Altmarkt, wo alljährlich ein Frühlingsfest abgehalten wird (vermutlich damit der große Platz nicht so leer wirkt und die Baumhalterung des Striezelmarkts nicht so lange ungenutzt bleibt). Hier kann man auch sehen, wie eine Riege kräftiger Burschen in Zimmermannstracht unter Zuhilfenahme von Holzstangen, den Maibaum aufrichtet.

Aufrichten des Maibaums auf dem Altmarkt (2014)
Aufrichten des Maibaums auf dem Altmarkt (2014)

Sehr schön ist der Vorgang des Aufrichtens in der Wikipedia beschrieben, daher hier ein Zitat:

Während sich die Zuschauer meistens mit Bier und Bratwürsten die Zeit vertreiben, mühen sich die jungen Burschen damit ab, den regional auch mit Symbolen verschiedener Berufe geschmückten Maibaum in die richtige Lage zu bringen.

Uriger ist es natürlich hier einen frisch geschnittenen Baum zu verwenden (Fruchtbarkeitsritual und so), umweltfreundlicher ist es aber den Maibaum aus den Vorjahren zu recyceln. So gibt es Orte in Ostfriesland, die ihren Baum, wenn er nicht benutzt wird unter Wasser konservieren. Da viele Maibäume ohnehin von bunten Bändern „umflochten“ sind, ist es auch egal, wenn das Holz optisch schon etwas gelitten hat.

Viki-Markt.Maibaum.JPG
Von User:MattesEigenes Werk, Gemeinfrei, Link

Von Tänzern & Dieben

Mit diesem Baum kann man nun Vieles anstellen… Man kann z.B. einen Reigen darum tanzen. Wesentlich interessanter kann es jedoch werden, wenn man den Baum schon am 30. April aufstellt, so dass er in der Walpurgisnacht draußen steht. Dies sollte jedoch nicht unbewacht geschehen: In manchen Dörfern ist es nämlich Brauch zu versuchen, den Baum des Nachbardorfes zu klauen. Das Reglement wie dieser Brauch praktiziert wird ist regional unterschiedlich, besitzt aber gewisse Gemeinsamkeiten.

Vorsicht vor Dieben und Räubern (Abbildung ähnlich, muß nicht der Realität entsprechen)
Vorsicht vor Dieben und Räubern (Abbildung ähnlich, muß nicht der Realität entsprechen)

Der Baum kann gestohlen werden, sobald er als Maibaum deutlich zu erkennen ist. D.h. zumindest bereits gefällt und dekoriert wurde. Mancherorts auch erst, wenn er bereits auf dem Festplatz aufgerichtet wurde.

Um den Diebstahl zu verhindern, wird er bewacht. Dies macht also für einen erfolgreichen Diebstahl, ein Ablenken der Wache und eine gewisse Schnelligkeit erforderlich. Ab wann der Baum als geklaut gilt, gibt es unterschiedliche Kriterien:

  • Ostfriesland: Nähern sich Fremde dem Baum, legt einer der Wächter eine Hand an den Baum, dann gilt dieser als geschützt. Gelingt es den Dieben jedoch, die Wächter weg zu locken und 3 Spatenstiche gegen diesen zu führen, gilt dieser als geklaut. Er wird entsprechend markiert und kann am nächsten Morgen abgeholt werden.
  • Andernorts muss der Baum entweder mindestens um 45° (Nieder- & Oberösterreich) oder sogar ganz umgelegt werden (z.B. Sachsen). Der höchste Schwierigkeitsgrad ist erreicht, wenn der Baum komplett abtransportiert werden muss.
  • Um den Dieben die Arbeit nicht unnötig leicht zu machen, dürfen nur die gleichen Hilfsmittel verwendet werden, die beim Aufrichten verwendet wurden. Also: Wurde der Baum mit purer Muskelkraft aufgerichtet, verbieten sich technische Hilfsmittel, wie z.B. ein Kran oder ein Holzvollernter.
  • Die Polizei verhält sich bei diesem Diebereien erstaunlich kulant und drückt ein Auge zu. Wird sie jedoch zum Handeln gezwungen, weil der Diebstahl zur Anzeige gebracht wird, so gilt dies als extrem unsportlich. Der Anzeigende verstößt damit gegen die althergebrachten Sitten und gilt als ehrlos.

Der gestohlene Baum kann dann in der Regel wieder ausgelöst werden durch Entrichtung eines „Lösegelds“, das in Form von Naturalien (Bier & Essen) zu entrichten ist.

Frischverliebte & Holzklau

Am Niederrhein gibt es dann einen eng damit verwandten Brauch. Macht ein junger Mann einer jungen Frau den Hof oder handelt es sich um ein noch frisch verliebtes Pärchen, ist es von geradezu essentieller Wichtigkeit, dass der Mann der Frau einen „Mai“ als Gunstbeweis setzt. Dies geschieht natürlich auch in einer nächtlichen Nacht- & Nebel-Aktion, da der Birkenzweig ja frisch geschnitten sein soll. Und so ziehen Heerscharen von Jünglingen bewaffnet mit Bollerwagen und Wegbier durch die Wälder, möglichst unter Umgehung der staatlichen Ordnungshüter, die natürlich den frühjährlichen Forstschaden vereiteln wollen.

2016-05-03 Bonn-Beuel Maibaum fuer Bjoern.JPG
Von Sir JamesEigenes Werk, CC-BY 4.0, Link

Der Liebesmai verbleibt dann 1 Monat am Haus der Angebeteten und wird schließlich vom Mann wieder abgeholt, der dann (sofern sein Werben erhört wurde) mit einer Einladung zum Essen und einer Kiste Bier belohnt wird.

Von Hexen & Feuern

Wie bereits erwähnt kommt der Nacht auf den 1. Mai ja eine besondere Bedeutung zu. Sie ist auch als Walpurgisnacht begannt, jener Nacht, an dem sich alle Hexen auf den Blocksberg begeben um dort einen Hexensabbat abzuhalten. Dieser legendäre Berg ist jedoch eine ungenaue Ortsangabe, da verschiedene Berge diesen (Spitz-)Namen tragen. Der bekannteste ist aber wohl der Brocken im Harz (Goethes Faust sei Dank).

Kupferstich von W. Jury nach Johann Heinrich Ramberg (1829) zu Goethes Faust I (Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=893267)
Kupferstich von W. Jury nach Johann Heinrich Ramberg (1829) zu Goethes Faust I

Während nun sich die Hexen dort zum Sabbat treffen, haben die Festivitäten anderswo ein anderes Vorzeichen. Beim Hexenfeuer oder Hexenbrennen wird nicht nur ein großes Feuer entfacht, sondern auch eine hölzerne Hexenfigur auf diesen Scheiterhaufen gesetzt. Dieser Brauch findet seinen Ursprung im Aberglauben an Geister & Dämonen, die es abzuwehren gilt, wie die Rheinische Post zu berichten weiß:

Früher glaubten die Menschen, an diesem Tag des Wechsels entstehe eine Bruchkante, durch die die Geister ins Diesseits geraten. Mit Lärm werden in der „Walpurgisnacht“ Hexen und Dämonen vertrieben. (Quelle: RP)

Hexenfeuer 2014 an der Leutewitzer Windmühle
Hexenfeuer 2014 an der Leutewitzer Windmühle

Das anwesende Volk ergeht sich derweil bei Musik und Tanz (Tanz in den Mai), bei simultaner Verköstigung mit entsprechenden Getränken wie Maibock oder Maibowle. Letztere setzt sich aus einem Gemisch aus Weißwein & Sekt (2 : 1), sowie einer Zugabe von Waldmeister. An dieser Stelle ein Wort der Warnung: Der frische Waldmeister zur Aromatisierung, sollte nur sparsam eingesetzt werden, da dieser seinen Geschmack durch Cumarin erhält, welches bei einer Überdosierung zu Kopfschmerzen, Schwindel & Übelkeit führt !

Der Mai ist gekommen !

Haben wir die Walpurgisnacht und den Tanz in den Mai gut überstanden, dann gibt es auch entsprechend morgendliches Brauchtum. So erinnere ich mich z.B. daran, am 1. Mai frühmorgens von Trompetenmusik geweckt worden zu sein. Ein Trompeter, der mit dem schönen Lied „Der Mai ist gekommen !“ den Wonnemonat begrüßt !

Wenn uns die Maibowle in der Nacht nicht schon den Rest gegeben hat, dann besteht die Option, dies noch mit einem Maigang nachzuholen. Gleichsam den Ritualen an Vatertag / am Männertag, zieht man z.B. in der Region nördlich von Münster / Osnabrück mit einem Bollerwagen voll mit hochprozentiger „Flüssignahrung“ durch die Felder.

Arbeit oder nicht ?

Je nachdem wen sie Fragen (politische Orientierung !)3 ist jedoch ein anderer Aspekt wichtig: Der 1. Mai ist Tag der Arbeit oder etwas martialischer ausgedrückt Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse. Ironischerweise ein gesetzlicher Feiertag, an dem eben gerade nicht gearbeitet wird.

  1. zumindest heutzutage !
  2. So auch am linken Niederrhein, wo ich aufgewachsen bin…
  3. Hier: Sozi / Links

 

Faszination Gold

„Über-, doppelt und mehrfach glücklich, wer auf Gold und Kleinodien tritt!“

―Apuleius

Nur wenige Materialien üben eine ähnlich große Faszination auf den Menschen aus wie das Gold. Es ist nicht nur durch seine glänzend gelbe Farbe schön anzusehen, es gilt auch als ein Sinnbild für Edles und höchste Qualität. Die Goldmedaille für Olympia Sieger oder der sog. Goldstandard für bewährte, allgemein anerkannte Methoden und Verfahren, an denen sich alle anderen Methoden messen müssen.

Und wertvoll ist es. So bezahlt man zur Zeit (25.02.2017) 1190 EUR je Feinunze. Oder übersetzt in ein etwas gängigeres Gewichtsmaß: 38,26 € je Gramm. Und das ist von den Maßen her gerade mal ein winziges Blättchen:

100g Bar casted size 2
Größenvergleich – 1 Euromünze vs 100 g Barren

Von Goldsuchern

Der hohe Preis ist zum Teil dadurch begründet, dass Gold ein seltenes Metall auf unserem Planeten ist. Im Durchschnitt müsste man 1000 t Gestein verarbeiten um 4 g Gold zu gewinnen, was vermutlich der Grund ist, warum die Goldgewinnung nur an wenigen ausgewählten Orten rentabel ist. Ein Faszinosum am Gold ist ja, dass es chemisch sehr beständig ist. Dies ist auch der Grund, warum man es im Gegensatz zu anderen Metallen, die nur in Form von Erzen in Verbindung mit Sauerstoff, Schwefel etc. vorkommen, überwiegend gediegen vorfindet. Zugegeben man braucht oft eine Lupe um den Goldstaub im Gestein zu finden, aber ganz selten mal findet man auch „Gold-Nuggets“, also regelrechte Klumpen.

CSIRO ScienceImage 10458 An 8 kg nugget from Victoria that was cut in two and had a thin slice
Der größte bisher gefundene Gold-Nugget ist der „Welcome Stranger“, der 1869 in Australien ausgegraben wurde und stolze 97 kg auf die Waage brachte. In Deutschland findet man leider nur kleine Nuggets. Zuletzt löste ein Goldfund im thüringischen Schwarzatal einen kleinen Goldrausch aus, als der 64-jährige Heinz Martin beim durchqueren eines Baches einen 9.6 g schweren Nugget fand.

Aber das hindert den Menschen in seinem Erfindergeist nicht, ständig nach neuen Quellen zu suchen aus denen man Gold gewinnen kann. So kam der deutsche Chemiker Fritz Haber in den 1920er Jahren auf die Idee Gold aus Meerwasser zu gewinnen. Die Weltmeere enthalten ja immerhin genug Wasser, dass man einfach nur abzupumpen brauch. Doch obwohl 15000 t Gold in unseren Meeren „herumschwimmen“ stellte sich die Goldkonzentration als zu gering heraus um rentabel zu sein.

Alchemie, oder: Wie macht man Gold ?

Ebenfalls abenteuerlich ist die Idee neues Gold herzustellen, indem man billige, im großen Maße verfügbare Metalle umzuwandeln. Die Goldmacherei war ein beliebtes Betätigungsfeld der Alchimisten, den Vorvätern des modernen Chemikers. So suchte man den „Stein der Weisen“ eine Substanz die eben dieses Kunststück ermöglichen sollte. Das dies natürlich nicht von Erfolg gekrönt sein kann, liegt auf der Hand. Mitunter aber förderte diese Suche, nach dem Motto „Discovery by serendipity“ ungeahnte andere interessante Funde zu Tage:

So gelang es dem Alchemisten Johan Friedrich Böttger zwar nicht die Formel für den Stein der Weisen zu finden, sondern die Formel für Porzellan (die bis dahin ein wohlgehütetes Geheimnis der Chinesen war). Mit dieser Erkenntnis konnte man zwar nicht direkt Gold gewinnen, aber Porzellan war derartig kostbar, dass der sächsische König August der Starke dennoch beschloß Böttger unter Verschluß zu halten, um mit dem Porzellan gutes Gold zu verdienen.

DPAG 2010 32 Porzellanherstellung in Deutschland
Ein anderer Zufallsfund auf der Suche nach Gold gelang einem gewissen Henning Brand. Ironischerweise suchte er den Zugang zum Gold in einer anderen „goldenen Substanz“, indem er seinen Urin einkochte und die Rückstände stark erhitzte. Er erhielt stattdessen eine im dunklen leuchtende Substanz und wurde damit nicht nur zum Entdecker der Chemoluminiszens, sondern auch des Elements Phosphor. Gänzlich unmöglich ist die Elementtransmutation aber doch nicht. So lassen sich mittels moderner Wissenschaft im Rahmen kerntechnischer Prozesse geringste Mengen Gold erzeugen. Doch dies ist nicht nur teuer, sondern geht auch mit radioaktiver Strahlung einher… Ergo: Ist die Mühe nicht wert.



Brandt, wie er den Phosphor entdeckt (hier künstlerisch interpretiert von Joseph Wright of Derby)
Brandt, wie er den Phosphor entdeckt (hier künstlerisch interpretiert von Joseph Wright of Derby)

Von Original & Fälschung, sowie Badewannen

Doch wie überall, wo es um die Erlangung von Reichtümern geht, sind Ganoven und Halunken nicht weit entfernt. Wenn schon nicht Herstellen, dann vielleicht geschickt imitieren ! Und das ist in der Tat möglich: So gibt es allerhand (meist Kupfer-haltige) Legierungen, die einen mehr oder minder goldenen Farbton besitzen. Nehmen wir z.B. Messing oder Tombak. Dementsprechend gilt „Augen auf beim Goldkauf“. Oder eine andere Variante, wo der „Beschiss“ sich schon im Namen bemerkbar macht: Katzen- oder Narrengold, dem etwas malerischeren Namen für Eisen(II)disulfid/Pyrit, einem weißgoldenen Mineral.

Eine aus Film & Fernsehen bekannte Echtheitsprüfung ist z.B. der Bisstest (Schon mal gewundert, warum siegreiche Olympioniken auf ihre Goldmedaille beißen ?). Da Gold ein sehr weiches Metall ist, sollte ein solcher Bisstest Spuren in Echtgold hinterlassen. Blei ist allerdings auch sehr weich und somit ist vergoldetes Blei auf dem Wege nicht vom Original zu unterscheiden.

Auch sehr bekannt ist der Dichte-Test. Man kennt die Geschichte von Archimedes, der die Echtheit einer Goldkrone prüfen sollte (ohne diese zu beschädigen) und dem dann die geniale Idee beim Baden kam. Jedes Material hat ein spezifisches Gewicht, d.h. Gewicht je Volumeneinheit. Er tauchte also nacheinander Krone, sowie gleich schwere Gold- bzw. Silberbarren in Wasser und maß deren Wasserverdrängung. Und siehe da, die Krone verdrängte mehr Wasser als der Goldbarren, hatte also ein geringeres spezifisches Gewicht und war damit eine Fälschung. Verbunden mit dieser Erkenntnis, dem Archimedischen Prinzip, ist auch der berühmte Ausruf „Heureka !“ (griech. „Ich hab’s gefunden“) den Archimedes ausrief und, soeben dem Bade entstiegen, nackt durch die Strassen rannte. Eine elegante Methode, allerdings nicht unbedingt alltagstauglich.

Heureka - Wissenschaft in der Badewanne
Heureka – Wissenschaft in der Badewanne

Praktischer, da portabel sind säurebasierte Test-Kits. Gold besitzt nämlich die Eigenschaft unlöslich in herkömmlichen Säuren zu sein. Nur Königswasser, ein Gemisch aus Salz- & Salpetersäure, vermag es reines Gold aufzulösen. Legierungen mit geringerem Goldanteil lösen sich schon in verdünnteren Säuren. Je höher der Goldanteil, desto härtere Geschütze (sprich konzentriertere Säure) muss man auffahren.

Wenn das Edelmetall aber aus seriöser Quelle kommt, reicht es evtl. aber auch einen schnellen Blick auf einen vorhandenen Prägestempel zu werfen, der den Goldanteil in Promille wieder gibt.

Quelle: Wikipedia, Eintrag: Gold
Quelle: Wikipedia, Eintrag: Gold

Goldene Worte

Die gedankliche Verbindung Gold = wertvoll hat dann auch in allerhand metaphorische Redewendungen geprägt. Schwarzes Gold steht synonym für Erdöl, mit dem man auch zu Reichtum gelangen kann, wenn man es in seinem Garten findet. Weißes Gold steht für Salz, Porzellan, Elfenbein etc., alles Substanzen die zumindest in der Vergangenheit mit Gold aufgewogen wurden. Wer goldene Hände hat und damit aussergewöhnliches handwerkliches Geschick besitzt, verdient sich schnell eine goldene Nase, insbesondere dann, wenn diese noch einen guten Riecher für profitable Geschäfte hat. Die Kartoffel ist nicht nur golden in der Farbe, sondern gilt den deutschen oft als Königin der Beilagen beim Essen und verdient sich damit den Titel Ackergold, während der leicht ironische Begriff Hüftgold die füllige Figur beschreibt, die man kriegt, wenn man zuviel davon isst.

Angewandte Goldwissenschaften

Doch was macht man mit Gold, außer es sich als Kapitalanlage in den Keller zu legen oder es zu Schmuck zu schmieden ?

Der goldene Reiter - Feuervergoldet
Der goldene Reiter – Feuervergoldet

Blattgold kennt jeder. Da Gold so weich und duktil ist, lässt es sich problemlos (wenn auch in aufwendiger Arbeit) zu hauchdünnen Blättchen schlagen, mit denen man Zierrat eine goldene Oberfläche verleihen kann. Eine besondere Eigenschaft besitzt kolloidales Gold, d.h. Nanometer große Goldteilchen verteilt in einem flüßigen Medium, auch bekannt als Cassius’scher Goldpurpur. In dieser Form verliert Gold seine typische Farbe, sondern erscheint in einem rubinroten Farbton, mit dem man z.B. hochwertiges (und extrem schickes) rotes Glas herstellen kann.

Goldrubinglas Schatzkammer München
Goldrubinglas Schatzkammer München

Oder man verleiht Nahrungsmitteln mit Blattgold einen dekadenten Touch (Zusatzstoff E175). Dies reicht vom Danziger Goldwasser, einem klaren Schnaps in dem etwas Blattgold suspendiert wurde, bis hin zur Currywurst Gold mit Trüffelpommes, die in Berlin als deutliche Manifestation der Gentrifizierung Gestalt angenommen hat. Für den Körper ist es unbedenklich, da elementares Gold, wie wir bereits gelernt haben, in den meisten Säuren, so auch Magensäure, unlöslich ist und unverändert durch den Verdauungstrakt durchrauscht. In Form von Goldsalzen allerdings, kann es in zu hohen Konzentrationen zu einer Schwermetallvergiftung führen. Da die meisten Menschen solche jedoch nie zu Gesicht kriegen, ist dies ein eher seltenes Szenario. Es sei denn, sie gehören zu dem kleinen Personenkreis, dessen Rheuma mit goldhaltigen Medikamenten behandelt wird. Da dies jedoch recht teuer ist (sic!) und außerdem in über 50% der Fälle unangenehme Nebenwirkungen hat, werden diese mehr und mehr von anderen Medikamenten verdrängt.

Goldhaltige Arzneistoffe

Da Gold unter den Metallen eine überlegene elektrische Leitfähig und Korrosionsbeständigkeit besitzt, werden gerne elektrische Kontakte und Leiterbahnen auf Platinen daraus gefertigt. Ein Grund, warum der moderne Goldgräber sich für alte Mülldeponien und den darin achtlos entsorgten Elektroschrott interessiert.

Wir sehen also Gold ist ein extrem vielseitiges Element, dass nicht umsonst seit Jahrhunderten anhaltend eine Faszination auf den Menschen ausübt.

Happy New Year – oder: Im Namen des Katers

Und wieder ist ein altes Jahr vorüber und ein neues nimmt seinen Lauf. Obwohl sich die Silvester1 Nacht auch nur eine Nacht wie alle anderen ist, wird ihr von Vielen eine besondere Bedeutung zugemessen. Eine Nacht, die durch besondere Unternehmungen und Rituale – um es mit Barney Stinson zu sagen – legendär werden soll.

Die prominenteste Maßnahme ist sicherlich das Abschiessen von Feuerwerksraketen und Böllern, welches aus dem vorchristlichen (Aber-)Glauben herrührt, dass man durch Krachmachen böse Geister und damit Unglück und Unheil vertreiben kann.

Und auch der Verzehr von alkoholischen Getränken gehört dazu… Ob als Trankopfer, auf das die Glücksgöttin Fortuna gewogen sei, oder weil es sich beschwipst einfach lustiger feiert sei mal in den Raum gestellt.

Irgendwann jedoch ist die magische Silvesternacht vorbei und das neue Jahr ist da. Vom Feuerwerk bleibt nur noch der „Fallout“ und vom Schwips… Sie ahnen es schon… ein brummender Schädel, der Kater, der Katzenjammer.

„Heute ist der süße Rausch verflogen; der Katzenjammer ist geblieben. Der Katzenjammer!“

— Friedrich Schlögel (Dichter), Aschermittwoch

Kater und Katzenjammer… Scheint so als sei da jemand sehr katzenafin gewesen, als er sich diese Synonyme für den Brummschädel ausdachte. Tatsächlich Stammen diese Wörter jedoch aus der Studentensprache: So ist Kater eine Anspielung auf den gleichermaßen unangenehmen Katarrh… Und Katzenjammer – nun… – ist eine entschärfte Version von Kotzen-Jammer (Eigentlich logisch, wenn ich kotzen muß, ist mir auch immer jämmerlich zu Mute.)

Interessant ist auch die Sicht anderer Kulturen auf den Kater:

Der Spanier sagt resaca - Meeresbrandung oder entgegengesetzt zum Deutschen el ratón - die Maus. Beim Norweger sind es die Zimmermänner (tømmermenn), die im Kuppelkopf (kuppelhue) zugange sind, während sich der Franzose mit einer „Holzfresse“ (gueule de bois) rumplagt.

Doch woher kommt der Katzenjammer ?

Alkohol rein, Wasser raus !

Jeder, der schon mal im Rahmen eines Pub crawl ein gewisses Quantum Bier zu sich genommen hat weiß, dass man eher früher als später „das Bier wegbringen“ muß (sprich: Pipi machen). Dies liegt daran, dass Alkohol die Funktion des Enzyms Vasopressin beeinträchtigt, dass die Rückgewinnung von Wasser aus dem Primärharn fördert. Alkohol wirkt also harntreibend und damit auch entwässernd. Hierbei werden auch wertvolle Elektrolyte ausgeschieden… Beides Faktoren, die den Katzenjammer fördern und auch Erklärungen für den sog. Nachdurst am nächsten morgen oder warum Rollmöpse gerne als Katerfrühstück genommen werden. Daher zwischendurch immer mal ein Wasser einschieben um gut hydriert zu bleiben oder zwischen durch ein paar Salzstangen knabbern um Elektrolyte zuzuführen.

Smells like hangover: Acetaldehyd

Achtung, jetzt wird es chemisch ! Grundlagen der Organischen Chemie – Thema: Oxidation von primären Alkoholen !

Dieses Wissen brauchen wir, wenn wir uns mit dem Abbau von Alkohol befassen wollen. Auftritt: Alkoholdehydrogenase, das Enzym das in der Leber das Ethanol zu Acetaldehyd „abbaut“. (+ ein paar andere Enzyme). Da Aldehyde ziemlich reaktive Moleküle sind, können sie allerhand Unfug in unserem Körper anstellen. Acetaldehyd ist damit einer der Hauptschuldigen für unseren Brummschädel. Gottseidank gibt es aber das Enzym Acetaldehyd-Dehydrogenase, das den Aldehyd weiter zu Acetat, dem Salz der Essigsäure oxidiert, welches dann vom Körper unter Energiegewinnung verbrannt wird. Vorsicht übrigens mit Cocktails und anderem zuckerhaltigem Hochprozentigem (Bowlen, Liköre, lieblicher Wein…) ! Zucker hemmt den Abbau von Acetaldehyd und deswegen haben wir dann am nächsten Morgen einen umso dickeren Kopf.

Fuselöle

Schlagen wir im Wörterbuch nach, so finden wir unter Fusel dort folgende Definition:

Fusel, der
Substantiv
billiger, minderwertiger Schnaps

Hiervon haben auch die Fuselöle ihren Namen, denn sie kommen in minderwertigem Sprit besonders reichhaltig vor. Neben höheren Alkoholen, finden sich noch Fettsäureester, Terpene, Acetate, Carbonsäuren und allerhand andere Stoffe, die als Nebenprodukte der alkoholischen Gärung entstehen. In geringen Maßen dem Geschmack förderlich, verursachen sie im höheren Mengen (>0.1 %) für Kopfschmerzen. Durch sorgfältige Destillation lassen sich diese jedoch zum größtenteils entfernen, weswegen Spirituosen wie Wodka sich weniger Kopfschmerzen verursachen. Weizenbier hingegen ist eine schlechte Wahl, da besonders reich an Fuselölen, wie man in einer Diplomarbeit der FH Münster/Steinfurt (Autor: Siegrun Mohring,) nachlesen kann. Wer mehr Infos möchte folge dem Link (man beachte auch Seite 2 und 3).

How to kill the cat…

Nun denn… Der Schädel brummt, das Gefühl ist flau… Was also tun um die Lebensgeister zu reaktivieren ?

  1. Konterbier

Ein alter Ratschlag empfiehlt: Damit weitermachen, womit man am Vorabend aufgehört hat. Das Konterbier (auch schön: Reparaturseidel, wie die Österreicher sagen) betäubt zwar vielleicht den Schmerz, aber wenn der Alkohol abgeklungen ist, schlägt die Katze umso härter zu. Der Amerikaner spricht in dem Zusammenhang auch vom Hair-of-the-dog (kurz für „hair of the dog that bit you“) in Anspielung auf den Brauch das man früher daran glaubte ein paar Haare des Hundes in eine Hundebisswunde legen müsse, um üble Konsequenzen der Verletzung abzuwehren. Wir sehen: Hund, Katze, Maus… alle Tiere tragen ihren Teil zum Alkohol-induzierten Elend bei.

2. Anti-Katerpräparate

Wenn es um Wunderkuren geht, dann ist schnell die Patentmedizin bei der Hand (Pülverchen und Wässerchen vom Wunderheiler auf dem Jahrmarkt). Ähnlich muten da Anti-Katerpillen an, die man unter Markennamen wie Koa-Koa, RU-21 und KGB-Pille (hat Sowjetische Agenten trinkfest gemacht) im Internet findet. Interessant hierbei ist, dass es sich nicht um eine Detox-Maßnahme (Kater-Kur) handelt, sondern diesen effektiv verhindern oder zumindest abschwächen soll. Ingredienzien wären so Sachen wie Curcuma-Extrakt, Lakritz-Extrakt, Bernstein-Säure, Fumar-Säure, Glutaminsäure, L-Cystein und diverse Vitamine. Alles Wirkstoffe, die den Alkoholabbau unterstützen sollen. Ob der ganze Fokus-Pokus etwas nützt weiß ich nicht, aber die Käufer auf Amazon scheinen zumindest zufrieden zu sein. Könnte aber auch einfach am Placebo Effekt liegen.

3. Katerfrühstück

Alte Hasen schwören auf ein deftiges Katerfrühstück, welches gerne fett- und eiweissreiche Speisen, nebst diversem salzig-sauer Eingelegtem beinhalten kann (Bismarkhering, Essiggurke, Sauerkraut, Rollmops etc.). Während der salzige Hering vielleicht notwendige Elektrolyte zuführt, so sorgen diese Speisen in jedem Fall auch für Durst und animieren so zur Aufnahme von Wasser, was ja bekanntermaßen die Dehydrierung bekämpft.

Im slawischen Raum schwört man auch auf Essiggurken, die man, was angeblich noch besser funktionieren soll, direkt mit dem Gurkenwasser runterspülen soll.

4. Der Anti-Katertrunk

Schon oft hat man es in Filmen gesehen: Der Protagonist hat zu tief ins Glas geblickt und soll nun, um einer misslichen Lage zu entkommen, möglichst schnell wieder fit gemacht werden. Hierzu mixt Protagonist 2 eine scheußlich anzusehende Mixtur (Geheimrezept !) zusammen und flößt diese dem Helden ein. Dieser reißt keuchend die Augen auf und ist instantan wieder putzmunter. In der Barmixer-Sprache nennt man einen solchen Trank „Pick-me-up“ oder „Corpse Reviver“. Besonders populär sind die Bloody Mary und die Prairie Oyster.

Bloody Mary
4 cl Wodka
1 cl Zitronensaft
8 cl Tomatensaft
1 TL Worcestersauce
2 Spritzer Tabasco
eine Prise (Sellerie)Salz
eine Prise Pfeffer
Stangensellerie nach Belieben

Ein klassischer Cocktail. Da aber Alkohol in Form von Wodka enthalten ist, sind wir damit wieder im Bereich des Konterbiers, das es zu vermeiden gilt. Daher besser als Virgin Bloody Mary, also ohne den Schnaps genießen. Der Tomatensaft und das Salz sind aber sicherlich hilfreich.

Prairie Oyster
1 rohes Eigelb
1 TL Ketchup
1 TL Sangrita Picante 
2 Spritzer Essig
1 Spritzer Tabsco-Sauce
1 TL Zitronensaft
1 TL Worcester Sauce
Salz, Cayenne Pfeffer
- Das Glas mit dem Essig ausschwenken
- Eigelb vorsichtig in das Glas geben, dann die restlichen Zutaten hinzufügen
- Die ganze Mixtur, nach Möglichkeit ohne das Eigelb zu zerstören, rasch trinken
-- Quelle: Mixology.eu

Hmmm… Das klingt selbst im Nüchternen Zustand sehr gewöhnungsbedürftig. Das unzerkaute Eigelb soll dabei tatsächlich durch seine Textur eine rohe Auster simulieren, die einem die Kehle runter gleitet. Da allerhand scharfe Sauce zu gegen ist, sollte dieser Drink zumindest im Magen für, sagen wir mal, wohlige Wärme sorgen. Dieser Drink ist tatsächlich bekannt aus Film und Fernsehen: Zu sehen in z.B. Zurück in die Zukunft III.

Wem das zu eklig ist, der kann auch zu einem Kaffee als etwas wohlschmeckenderes Restaurativem greifen. Der hilft zwar vermutlich nur bei leichten Kopfschmerzen, aber ist besser als gar nix. Im übrigen heißt es auch, dass ein Espresso + den Saft einer halben Zitrone ein guter Ersatz für eine Kopfschmerztablette sein soll.

Wem das Alles noch nicht genügt, möge mal in folgender Publikation der American Folklore Society von 1961 nachschlagen, die eine ganze Mannigfaltigkeit von Katerkuren beschreibt, dem Volke direkt vom Maul abgeschaut.

Letztendlich aber, ist wohl die weiseste Entscheidung den Alkohol nur in Maßen zu genießen. Manchmal ist eben Vorsicht besser als Nachsicht.

—Bildquelle: Pixabay.de
  1. Nota bene: Laut amtlicher Rechtschreibung wird der Abend vor Jahreswechsel mit einem i – Silvester – geschrieben, während der Name auch mit y geschrieben werden kann !

Who is Who – Weihnachts-Edition

Alle Jahre wieder kommt die Weihnachtszeit. Kaum ein anderes Fest ist derartig mit Traditionen verbunden, wie das Weihnachtsfest. Daher möchte ich den heutigen Beitrag einmal dazu verwenden ein paar Weihnachtsbräuche näher unter die Lupe zu nehmen.

Fangen wir doch einmal mit dem Dramatis Personae (Personen der Handlung; Besetzung) von Weihnachten an. Für religiöse Leute ist der Hauptdarsteller natürlich das kleine Jesukind, denn letztendlich wird ja bei diesem christlichen Fest der Geburt des Messias gedacht. Doch auch für die weniger religiösen spielt der Nachwuchs der heiligen Familie noch eine gewisse Rolle, nämlich in Form des Geschenke verteilenden Christkindes.

Zurück geht wohl der Brauch auf Martin Luther, der als einer der Gründerväter des Protestantismus einer Heiligenverehrung ablehnend gegenüberstand und daher nicht nur den Nikolaus verbannte, sondern auch die Bescherung vom 6. Dezember auf den Weihnachtstag (25.12.), dem fest des „Heiligen Christ“, verschob. Und wie das mit Überlieferungen aus der alten Zeit oft nun mal so ist, verselbständigte sich die Sache und das „Christkind“ löste sich immer mehr von Jesus Christus los, hin zu einem Engelchen aus dem Krippenspiel. Somit erklärt sich auch, dass Christkind-Darsteller heutzutage eher weiblichen Geschlechts und blondgelockt mit Engelsflügeln sind. Prominentestes Beispiel: Das Nürnberger Christkindel. (Nota bene: Das Nürnberger Christkindes eröffnet auch den Weihnachtsmarkt in Chicago !)

Quelle: InFranken.de
Quelle: InFranken.de

Weitaus populärer ist allerdings der Weihnachtsmann (Father Christmas, Père Noël, Santa Claus), der seine Wurzeln im hl. Nikolaus besitzt. In den Niederlanden ist der Nikolaus aka Sinter Klaas immer noch der unangefochtene Star. Während er dort immer noch in vollem Bischofsornat auftritt, ist derweil anderswo der Weihnachtsmann ein gemütlicher, dicker, älterer Herr in roter, fellgefütterter Kleidung. Sicherlich haben hier auch heidnische Gebräuche einen Einfluss auf die Figur ausgeübt. Folgendes Bild kommt bekannt vor, bildet aber nicht den Weihnachtsmann an einem schlechten Tag, sondern den altgermanischen Gott Odin ab:

Odin, nach Georg von Rosen 1893
Odin, nach Georg von Rosen 1893

Stilprägend hat sich wohl das englische Gedicht „´Twas the night before Christmas“ erwiesen, in dem nicht nur das Aussehen, sondern auch sein bevorzugtes Beförderungsmittel, der fliegende Rentierschlitten (powered by Dasher, Dancer, Prancer, Vixen, Comet, Cupid, Donner und Blitzen), auftaucht. Das bekannte rotnasige Rentier Rudolph hatte übrigens erst 1939 seinen ersten Auftritt im gleichnamigen Gedicht ! Aber ein Schlitten macht Sinn, da je nach Quelle der Weihnachtsmann am Nordpol, im finnischen Korvantunturi, Grönland oder als Nomade in nordschwedischen Wäldern (im Stile eines Nisse, eines skandinavischen Wichtels) wohnt.

An dieser Stelle mag sich der physikinteressierte Leser wundern, wie der Weihnachtsmann mit einem von Rentieren gezogenen Schlitten es schafft, in nur einer Nacht die gesamte Welt zu umrunden und zugleich noch genug Zeit zu haben bei jedem Zwischenstopp die Menschen zu beschenken… Zu diesem Thema gibt es bereits mehrfache Abhandlungen (z.B. hier und hier), die z.T. zu katastrophalen Schlussfolgerungen kommen. So müsse der Weihnachtsmann mindestens mit 3000-facher Schallgeschwindigkeit fliegen, wodurch sein Schlitten einer solchen Reibungswärme ausgesetzt wird, dass er binnen kürzester Zeit verglühen würde, was den Autor zu der Schlussfolgerung bewegt: „WENN der Weihnachtsmann irgendwann einmal die Geschenke gebracht hat, ist er heute tot.“ Wenig erbauliche Aussichten für das Fest. Allerdings fliegen Rentiere normalerweise auch nicht, weswegen wir mit Recht annehmen dürfen, dass hier ein gerüttelt Maß an Magie am Werke ist.

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By Michell Zappa] ([1]) [CC BY-SA 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons
Das niederländische Pendant macht es auch hier anders und reist per Dampfschiff (Pakjesboot 12) aus Spanien an. Macht auch Sinn, weil er nebenberuflich noch Schutzpatron der Seefahrer ist. Kommt er aber mit dem Schlitten, dann rutscht er durch den Kamin, was eine reife Leistung, ob seines beachtlichen Leibesumfangs ist. Etwas realistischer ist da ein neuerer Trend, nachdem man den Weihnachtsmann gerne mal als Fassadenkletterer an deutschen Balkonen erblickt. Laut deutschem Mieterbund ist hierfür allerdings erst die Genehmigung des Vermieters einzuholen !

Sint-intocht-boot

Oft hört man die Geschichte, dass das rot-weiße Outfit des Weihnachtsmanns der Marketingabteilung von Coca Cola zu verdanken ist. Fakt ist jedoch, dass dieser Habitus bereits in dem amerikanischen Magazin Harper’s Weekly auftauchte, inspiriert von der im pfälzischen Bekannten Figur des Pelzmärtels. Es ist jedoch Fakt, das Coca Cola mit seiner alljährlichen Werbekampagne enorm zur weltweiten Bekanntheit des des Weihnachtsmanns beigetragen hat.



Santa Claus & Coca Cola
Santa Claus & Coca Cola